2. Dez. 2026

Salonvortrag "Verfolgung, Repression und Zwangsarbeit in der Sowjetunion der Stalin-Ära"

Beginn:
09:30

Eintrittspreis:
€ 17 ,- Regulär

Verfolgung, Repression und Zwangsarbeit in der Sowjetunion der Stalin-Ära

Die frühe Sowjetunion war ein Staat, der von Gewalt, Bürgerkrieg und systematischem Terror geprägt wurde. Bereits unter Lenin entstand 1923 auf den Solowezki-Inseln das erste Sonderlager – der Anfang eines weitverzweigten Lagersystems, das sich in der Stalin-Ära zum repressiven GULag-Netzwerk ausweitete. Es diente vor allem der Einschüchterung und Kontrolle der Bevölkerung und prägt Russland und viele Nachfolgestaaten bis heute.

Auch Österreicherinnen und Österreicher gerieten in diesen Apparat – darunter der aus Czernowitz stammende Peter Demant. 1941 nach Sibirien deportiert, überlebte er zehn Jahre Lagerhaft an der Kolyma und blieb selbst nach Stalins Tod im Lagergebiet festgehalten. Erst in den 1970er Jahren konnte er nach Moskau übersiedeln; rehabilitiert wurde er 1991.

Ausgehend von Demants Lebensweg erinnert der Vortrag an die stalinistische Repression als Teil der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und eröffnet einen Zugang zu ihren bis heute spürbaren Auswirkungen.

Referent: Kurt Scharr, Professor für Österreichische Geschichte an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte reichen von der Habsburgermonarchie bis zu Fragen von Raum, Grenze und Kulturlandschaft. Zuletzt publizierte er zum Franziszeischen Kataster in Österreichisch-Schlesien.