7. Okt. 2026

Salonvortrag „Gemeinschaft. Anthropologische Perspektiven“

Beginn:
09:30

Eintrittspreis:
€ 17 ,- Regulär

Gemeinschaft vermittelt oft Gefühle von Zugehörigkeit, Nähe und Sicherheit – gleichzeitig kann das Konzept auch kritisch hinterfragt werden: Welche Ausschlüsse oder Machtstrukturen können in Gemeinschaften verborgen sein? Der Vortrag zeichnet zunächst die historische Entwicklung des Gemeinschaftsbegriffs nach und stellt zentrale theoretische Perspektiven vor.

Ein Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Beispielen aus ethnographischer Feldforschung in Myanmar zwischen 2009 und 2020. In der ehemaligen Hauptstadt Yangon wurden Mitglieder ethno-religiöser Minderheiten untersucht, die ihren Platz in einem buddhistischen Mehrheitsstaat gefunden haben. Die Einblicke in alltägliche Interaktionen, soziale Bindungen und Konfliktdynamiken dieser Gruppen verdeutlichen, wie Gemeinschaften konstruiert, erlebt und problematisiert werden können.

Abschließend werden die Erkenntnisse aus Myanmar auf europäische Gemeinschaftsbildungsprozesse übertragen, um Diskussionsanlässe zu Fragen von Zugehörigkeit, Integration und gesellschaftlicher Kohärenz zu bieten. Der Vortrag beleuchtet die vielschichtigen Dimensionen von Gemeinschaft und zeigt auf, wie soziale Bindungen politisch, kulturell und historisch geprägt sind.

Referentin: Prof. Dr. Judith Beyer, Professur für Ethnologie mit dem Schwerpunkt Politische Anthropologie im Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz